Mittwoch, 17. März 2010

Ich bin dann mal weg

Bald ist es soweit. Bald mache ich mich auf den Weg nach Santiago de Compostela und trete damit in die Fußstapfen tausender Pilger, die bereits sich dieser körperlichen und seelischen Herausforderung gestellt haben. Ob ich alles bedacht habe? Die richtigen Schuhe, Blasenpflaster, Sonnencreme, Wechselklamotten? Ich habe mir sagen lassen, dass man nicht mehr als ein zehntel seines Körpergewichts tragen sollte, sonst würde man beizeiten anfangen, sein Gepäck am Wegesrand oder in einem Mülleimer zu hinterlassen. Am 28. März geht es los. Mit dem Flieger von Leipzig nach Madrid, dann weiter mit dem Zug nach Leon. Von dort aus muss ich die knapp 330 Kilometer zu Fuss bewältigen.

 Nach 14 Tagen will - oder besser: muss ich mein Ziel erreicht haben, denn dann geht´s auch schon Richtung Heimat. Was erhoffe ich mir von dieser Strapaze: Ruhe, Zeit für mich und zum Nachdenken, gutes spanisches Essen, gutes Wetter, einfach das Gefühl, mal wieder etwas nur für mich selbst zu tun. Niemandem Rechenschaft abzulegen darüber, ob und wann man denn heute schon gefrühstückt hat, warum man sein Handtuch nicht nach dem Baden ordentlich aufhängt und wieso man so ein Gesicht zieht. Ja, ich will hier mal weg und deshalb bin ich so aufgeregt.